Rom im Netz: Das antike Rom

dies lunae ante diem III Idus Decembres MMDCCLXX ab urbe condita
Mondtag, 3. Tag vor den Iden des Dezember, 2770. Jahr nach Grndung der Stadt

Archaische Spuren

Auf dem südwestlichsten Teil des Palatin, den der Abhang des Cermalus mit dem Forum Boarium verbindet, befindet sich der älteste überlieferte Schauplatz der Geschichte Roms. Hier befand sich am Fuß des Hügels das Lupercal. Die Höhle war eine heilige Grotte des Fauns Lupercus. Sie befand sich an der Stelle, wo der Sage nach das Tiberhochwasser das Körbchen mit den Zwillingen Romulus und Remus angeschwemmt hatte. 2007 vermeldeten die römischen Archäologen, unter dem Haus des Augustus sei eine Grotte entdeckt worden, bei der es ich um eben jenes Lupercal handeln müsse. Einen Verweis auf die Galerie mit Fotos der archäologischen Sondierung und Plänen finden Sie am Ende des Artikels. Vor der Höhle wuchs ein Feigenbaum (der Ficus Rumninalis), unter dem die Wölfin die Knaben säugte und der in späterer Zeit durch einen Auguren auf das Forum Romanum versetzt wurde.

Auf dieser Seite des Palatins befanden sich auch die Scalae Caci und damit der wohl älteste Treppenaufgang auf den Hügel. Aeneas und Evander selbst sollen diese Treppen und Rampen hinaufgestiegen sein, die ihren Namen dem mythischen Riesen Cacus verdanken, den Hercules im Tibertal niedergerungen haben soll.

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Ein Modell der archaischen Htte, die auf dem Palatin als die Htte des Romulus verehrt wurde
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Quelle: Roma Antiqua
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Die berreste einer der archaischen Zisternen
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Quelle: Roma Antiqua

Darber hinaus befindet sich hier ein weiterer Ort, der fr die Erinnerungskultur der Rmer von herausragender Bedeutung war: Hier wurde eine archaische Htte als die Heimstatt des Romulus verehrt, die ber die Jahrhunderte immer wieder ausgebessert und orginalgetreu wieder aufgebaut wurde. Tatschlich erbrachten Grabungen an dieser Stelle - deren wenig spektakulr anmutende Ergebnisse unter einem Schutzdach zu sehen sind - die berreste von drei archaischen Htten, die aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. datieren. Sie standen also just in der mythisch berlieferten Grndungszeit Roms auf dem Tuffgestein des Hgels. Vergleiche mit httenfrmigen, latinischen Urnen aus jener Zeit erlauben eine relativ genaue Rekonstruktion der Htten, deren grte etwa 4,90 x 3,60 Meter gro war.

Ebenfalls in diesem Bereich des Hgels, beim Haus der Livia, fand man die berreste zweier Zisternen, die ebenfalls in die archaische Zeit zu datieren sind.


Galerie: Die erste Untersuchung des Hohlraumes unter dem Haus des Augustus (Lupercale?) mittels Kamerasondierung

Fotos mit freundlicher Genehmigung des Ministero per i Beni e le Attivit Culturali. Alle Fotos finden sie in der Fotogalerie:
Fotoalbum: Grotte unter dem Haus des Augustus auf dem Palatin - das Lupercale?

Kommentare zu diesem Artikel im Rom-Forum: 34

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Kommentar Nr. 34 von Susannah (12.03.08)
Hallo Sven,

kann mich nur wiederholen und Dir fr Deine Bemhungen, einen groen Dank aussprechen!
Die Fotos sind einfach nur fanastisch!

Liebe Gre,
Susannah
Kommentar Nr. 33 von Rentschler (12.03.08)
Hallo Sven

danke fr den Link

... interessante Fotos
Kommentar Nr. 32 von Asterixinchen (12.03.08)
Hallo und Moin, Moin Sven!




und

DANKE




Gru - Asterixinchen
Kommentar Nr. 31 von cellarius (12.03.08)
Offizielle Grabungsfotos und -plne gibt es - mit freundlicher Genehmigung des Ministero per i Beni Culturali - ab sofort hier in unserer Galerie:

Das Lupercale? Grotte unter dem Haus des Augustus - Rom-Forum Fotogalerie
Kommentar Nr. 30 von Claude (20.12.07)
Ich bleibe bei meiner Skepsis - Herr Carandini hat einen Romulus Tick und manchmal zu viel Phantasie in der Hinsicht.
Warten wir mal ab, bis die Grabung ordentlich publiziert ist.

Bis dann
Claude
Kommentar Nr. 29 von gengarde (20.12.07)
Hallo Claude und alle anderen Interessierten,

ich verlinke hier noch mal den von mir gesondert erffneten Thread Remus und Romulus: Die Religionsgeschichte der Grotte in Rom.

Ich finde, in dem Hrbeitrag des Deutschlandfunks, den ich dort gepostet habe, ist die vermutete Geschichte und Bedeutung der entdeckten Hhle ganz glaubwrdig dargestellt.

Gru gengarde
Kommentar Nr. 28 von Claude (18.12.07)
Hallo,

nachdem ich jetzt mal etwas Zeit hatte, mich mit den Artikeln und Bildern zu beschftigen ... erst jetzt ein Kommentar.

Sicher ein bedeutender Fund. Aber ich zweifle ein wenig an den Schlssen von Herrn Carandini, dass es sich um die Grotte von Romulus und Remus handelt.
Es ist zwar seine Lieblingsthese, viel aus dem Mythos mit einem wahren Hintergrund zu versehen, aber das verstellt auch manchmal den Blick.

Ich wrde angesichts der Dekoration eher an ein Sommertriklinium als an eine fr einen Kult genutzte Grotte denken. Es war dann in einer Art Kellergescho gelegen, um auch an den heiesten Tagen in khler Athmosphre speisen zu knnen. Vgl. etwa das Sommertriklinium aus der Villa der Livia in Prima Porta.

A plus

Claude
Kommentar Nr. 27 von Jule (23.11.07)
Zitat von rjr Beitrag anzeigen
...

Das ist ja auch irgendwie das Schoene an Rom - mit jeder Reise erwartet einen was ganz Neues. Und oft ist das Neue eines der unerwarteten Koernchen Wahrheit in den uralten Legenden und Ueberlieferungen.

Roman
Des haste aber sch gsacht ......
Kommentar Nr. 26 von rjr (22.11.07)
Ahja. Fein. :-)

Ich hab mich mal auf die Suche nach der Lage des Lupercal gemacht.

Hier gibt es ein Foto der Oberflaeche:
Hintergrnde - Feuilleton - FAZ.NET

Ein Eintrag in der englischen Wikipedia gibt den Fundort als zwischen dem Tempel des Apollo auf dem Palatin und der Basilika SantAnastasia am Fusse des Palatin an.

Google Earth ist fix zur Hand - der Weg aus obigem Foto fuehrt vom Haus des Augustus unter dem Apollotempel vorbei zum sogenannten Paedagogium.

Die ungefaehre Lage des Fundortes ist demnach 4153'18.20"N 1229'5.30"O

Dem FAZ-Artikel moechte ich uebrigens in einem widersprechen - der Palatin ist keineswegs gruendlich erforscht und "feinst durchgesiebt", es gibt dort noch viele offene Fragen, die Kruste ist quasi kaum angekratzt. :-) So steht die Identifikation vieler Bauten dort oben auf toenernen Fuessen und was unter dem Rest der Farnesinischen Gaerten liegt, weiss auch keiner.

Das ist ja auch irgendwie das Schoene an Rom - mit jeder Reise erwartet einen was ganz Neues. Und oft ist das Neue eines der unerwarteten Koernchen Wahrheit in den uralten Legenden und Ueberlieferungen.

Roman
Kommentar Nr. 25 von tacitus (22.11.07)
Hallo,

und noch ein Artikel zum Thema:

Hintergrnde - Feuilleton - FAZ.NET - Sensationsfund in Rom: Ein Fest der Sinne

Schnen Gru
Ulf
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