Rom im Netz: Das antike Rom

dies mercurii ante diem XVIII Kalendas Septembres MMDCCLXXI ab urbe condita
Merkurtag, 18. Tag vor den Kalenden des September, 2771. Jahr nach Grndung der Stadt

Iuturna-Quelle und Oratorium der 40 Märtyrer

Links vom Tempel des Castor und Pollux befindet sich der Lacus Iuturnae, die Iuturna-Quelle. Frontinus erwähnt in seinem Werk "De Aquis Urbis Romae" (über die Wasserversorgung der Stadt Rom), dass die Stadt vor der Censur des Appius Claudius (der den ersten Aquaedukt baute) ihr Wasser aus dem Tiber, aus Brunnen und den wenigen Quellen auf dem Gebiet der Stadt schöpften. Die wichtigste dieser Quellen entsprang direkt am Forum am Fuße des Palatin: Ihr Wasser galt als heilkräftig und wurde für alle Opferhandlungen und Riten benutzt.

Schon in archaischer Zeit wurde an dieser Quelle die Nymphe Iuturna verehrt, die eigentlich die Gottheit einer Quelle bei Lanuvium gewesen war, dann aber nach Rom übertragen wurde. Um sie ranken sich mehrere mythische Überlieferungen: Ovid berichtet, Iuppiter habe sich in sie verliebt und ihr die Aufsicht über alle Quellen und Flüsse in Latium übertragen. Daneben galt sie als Frau des Kalendergottes Ianus und Mutter des Fontus, des Gottes der Quellen. Vergil berichtet in seiner Aenaeis, sie sei die Schwester des Königs Turnus der Rutuler gewesen, mit dem sich Aeneas im Zweikampf messen musste, bevor sich die geflohenen Trojaner endgültig hin Latium niederlassen konnten. Iuturna habe dabei wiederholt die Gestalt eines Wagenlenkers angenommen, um ihrem Bruder zu helfen.

Schon in republikanischer Zeit war die Quelle in ein fast quadratisches Marmorbecken gefaßt worden. An der Quelle standen zwei Statuen der Dioskurenzwillinge, die nach der Schlacht am See Regillus, als sie die Römer gerettet hatten, hier ein zweites Mal erschienen, um ihre Pferde zu tränken. Der Komplex wurde bis in die späte Kaiserzeit mehrfach restauriert und ausgebaut, das heutige Aussehen entspricht dem Bauzustand zur Zeit Trajans, der das gesamte Gebiet neu gestalten ließ. Hinter der Quelle erstreckte sich ein Gebäude aus republikanischer Zeit, das unter Konstantin komplett erneuert wurde. In einem seiner Räume befand sich die kleine Ädikula der Iuturna, außerdem wurde hier eine Statue des Heilgottes Äskulap gefunden.

zwischen der Ädkula und dem Baukomplex des großen Ziegelsteinsaales befindet sich ein weiterer, wohl aus der Zeit Trajans stammender Raum. Schon früh wurde dieser Raum durch Anbau einer Apsis in eine Kirche verwandelt, die nach dem byzantinischen Mosaik aus dem 8. Jahrhundert als Oratorium der vierzig Märtyrer genannt wird. Die vierzig Märtyrer von Sebaste waren Soldaten einer Legion des Kaisers Licinius, die wegen ihres christlichen Glaubens bei eisiger Kälte eine Winternacht nackt auf einem zugefrorenen See verbringen mussten und starben.

Besichtigung S. Maria Antiqua, Oratorium der 40 Märtyrer, "Tempel des Romulus"
Alle drei genannten Monumente auf dem Forum Romanum waren ber Jahre und Jahrzehnte der ffentlichkeit nicht zugnglich. Seit Mrz 2008 knnen sie im Rahmen einer Fhrung wieder besucht werden.
Adresse:
Reservierungen fr die Fhrung unter Tel. 06 39967700
Haltestelle:
siehe Forum Romanum
Öffnungszeiten:
Fhrungen tglich zwischen 10 und 13.30 Uhr
Eintritt:
4,50 EUR (zustzlich zum Eintritt fr das Forum Romanum)

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